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Der Tunnel des Eupalinus

Der Tunnel des Eupalinus
Der Tunnel des Eupalinos ist Teil einer Wasserleitung, die im 6. Jahrhundert v. Chr. zur Versorgung der griechischen Stadt Samos (heute: Pythagorion) auf der gleichnamigen Insel errichtet wurde. Der Tunnel ist der zweite bekannte Tunnel in der Geschichte, der im Gegenortvortrieb gebaut wurde und der erste, bei dem dies nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan geschah.[1] Mit 1036 Meter Länge war der Eupalinos-Tunnel zudem der längste Tunnel seiner Zeit. Er ist heute eine Touristenattraktion und zum größten Teil begehbar.
Der Eupalinos-Tunnel ist nach seinem Architekten Eupalinos von Megara benannt, dessen Name vom griechischen Historiker Herodot (482-424 v. Chr.) der Nachwelt überlieferte wurde. Darüber hinaus ist nichts über die Person des Eupalinos bekannt.
Der Eupalinos-Tunnel ist der Mittelteil einer Wasserleitung, die die Stadt Samos mit der Quelle Agiades verband und dabei den rund 230 Meter hohen Stadtmauerberg durchquerte. Das Aquädukt lässt sich in drei Abschnitte unterteilen: Eine 900 Meter lange unterirdische Leitung von der Quelle bis zum Nordabhang des Berges. Dieser Abschnitt lag außerhalb der Stadtmauern. Der 1036 Meter lange Eupalinos-Tunnel, der 180 Meter unter dem Gipfel den Bergrücken in seiner gesamten Breite durchquert. Eine 500 Meter lange unterirdische Leitung vom Südabhang des Berges bis zu einem Brunnenhaus im Stadtgebiet. Dieser Abschnitt lag innerhalb der Stadtmauern. Der Grund für die unterirdischen Verlauf der Wasserleitung - und damit die raison d'être für den gesamten Eupalinos-Tunnel - lag vermutlich in der Befürchtung, dass die Wasserversorgung der Stadt andernfalls bei einer Belagerung leicht von außen gekappt werden könnte. Insgesamt mussten für den Bau etwa 7.000 Kubikmeter gewachsener Fels ausgehoben werden, wovon 5.000 Kubikmeter auf den Tunnel entfielen, der durch soliden Kalksteinfels getrieben werden musste. Mit durchschnittlich 1,80 Meter Höhe und 1,80 Meter Breite hat der Tunnel praktisch einen quadratischen Querschnitt. Als Werkzeuge dienten beim Vortrieb einzig und allein Hammer und Meißel.
Als Grund für die Doppelkonstruktion von Tunnel und Leitungskanal, die auch bei anderen Tunneln der Zeit anzutreffen ist, werden vermessungstechnische Zwänge angenommen: Da es "damals keine adäquaten Vermessungsinstrumente gab, um ein Gefälle von weniger als 1% zu bestimmen, aber man mit Instrumenten wie dem Chorobates gut in der Lage war, die horizontale Ebene zu halten"[17], muss es Eupalinos zuerst darum gegangen sein, die beiden Vortriebe sicher im Berg zusammenzuführen. Waren die beiden Stollen erst einmal miteinander verbunden, konnte man im zweiten Schritt das notwendige Gefälle aus dem Tunnelboden herausschlagen, ohne das Risiko eingehen zu müssen, dass die beiden Vortriebe sich verfehlen.
Texte entnommen aus wikipedia.com

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